klau|s|ens,du warst als LIVE dabei?
heute ist
LIVE immer das
wichtigste.
du warst LIVE bei dieser flutwelle?
nein, aber
der schriftsteller
haslinger.
und dann?
... hat er überlebt! samt frau und kindern.
das ist gewiss ein großes glück.
gewiss,
aber es bleibt der
schock, es bleibt die verletzung der seele, es bleibt das trauma:
man muss sowohl an den ereignissen nagen als auch an der tatsache, dass
man selber überlebte, dass die nächsten anverwandten auch
überlebten
... aber so viele andere starben. die klassischen fragen des menschseins, die
wir nie beantworten werden.
haslinger hat darüber geschrieben?
einen eher sachlich-nüchternen bericht
... und gestern aus dem
geschriebenen gelesen. hier folgt der text der arp-homepage:
"Josef Haslinger
Phi Phi Island – Ein Bericht
Am 26. Dezember 2004 löste ein Seebeben vor der Küste der indonesischen Insel Sumatra eine verheerende Flutwelle aus. Der Tsunami tötete und verletzte Hunderttausende, machte Unzählige heimatlos und zerstörte ganze Landstriche. Auch die wenige Kilometer vor der Westküste Thailands gelegene Insel Koh Phi Phi, auf der Josef Haslinger zusammen mit seiner Familie die Weihnachtsferien verbrachte, wurde von der verheerenden Naturkatastrophe schwer getroffen. Sie hatten Glück; sie überlebten. Ein Jahr später reiste Haslinger ein zweites Mal auf die Insel, sprach mit Zeugen und schaffte es auch, dadurch die Erlebnisse zu fassen, die Katastrophe zu verarbeiten. Seine anfängliche Schreib-Scheu wich durch die literarische Auseinandersetzung mit dem Schrecken. Josef Haslinger wurde 1955 in Zwettel in Niederösterreich geboren, heute lebt er in Wien und Leipzig. Seit 1996 lehrt Haslinger als Professor für literarische Ästhetik am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. 1995 erschien sein Roman »Opernball«, der ein spektakulärer Erfolg bei Kritikern und Lesepublikum wurde, 2000 dann »Das Vaterspiel« und im Frühjahr 2006 »Zugvögel«. Haslinger erhielt zahlreiche Preise, zuletzt den Preis der Stadt Wien, den Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels und in diesem Jahr die Auszeichnung als Mainzer Stadtschreiber."
im arp museum?
ja, der ort war weiß und hell und sauber und klar. aber die
ereignisse
auf phi phi ja ganz andere. man muss das alles im kopf zusammenkriegen.
zuhause hört man zuvor noch im radio von den wohl doch sehr
schweren
verletzungen jenes samuel koch aus WETTEN DASS ...? ... und das alles
geht durch den versammelten kopf des armseligen menschen aller zeit.
dazu die probleme des alltages.
du schriebst auch?
wir schreiben, zweitklausens! wir! -- wir schrieben LIVE-gedichte zu
josef haslinger LIVE, der LIVE las und LIVE schilderte und LIVE befragt
wurde, wie jener tsunami für ihn und seine familie dereinst LIVE
war.
(ich glaube, seine frau war auch mit anwesend, gestern.)
und dann?
dann haben wir alles LIVE ... und doch müssen wir leben. man kann
auf
das LIVE des lebens nicht immer weitere LIVEs aufhäufen und
denken, das
leben würde so LIVE erträglicher.
und deine LIVE-gedichte?
unsere
LIVE-gedichte,
zweitklausens! unsere! die sind hier:
www.klausens.com/klausens-und-josef-haslinger.htm
aber für eine LIVE-zeichnung hat es auch
noch gereicht?
ja, aber das war mehr zum anfang hin, als man sich LIVE auf das LIVE
vorbereitete. nachdem die veranstaltung begonnen hatte, folgte
meinerseits LIVE-gedicht auf LIVE-gedicht.
wer wird es dir danken?
ich denke
zuallererst: ich mir selbst!
(das feuilleton wohl
nicht.) erwähnt sei: ich habe den tsunami ja auch überlebt!
millionen
und milliarden haben diesen tsunami auch überlebt. ich war
allerdings
erst gar nicht dabei und gar nicht darin. dann ist es natürlich
etwas
ganz anderes. aber alles und jedes ist eine frage der betrachtung. das
leben ist eigentlich nur eine ansammlung von verschiedensten
betrachtungen ...
... bis es dann doch vorbei ist.
maximilian schell (oder hat er es von
jemand
anderem?) vergleicht es
(das leben) mit einem theater, und wir sind darin die schauspieler. wir
besetzen verschiedene rollen. also: wir wurden besetzt ... auf diese
rollen. dann ist das leben aus. wir werden anders wiedergeboren und
spielen wieder neue rollen. und so weiter und weiter und weiter.
aber wozu dann noch die literatur?
vielleicht ist die literatur dann die
"theaterkritik" des ganzen.
sie gehört einfach dazu, auch wenn die akteure dadurch kaum besser
werden.
dann hat also irgendein
herrgottkosmosnocheinmal gesagt: KLAUSENS,
du wirst mein schriftsteller und LIVE-dichter?
nein, er hat gesagt: "klau|s|ens und
zweitklausens und alle anderen
klau(s)ense und klau=s=ensen, ihr werdet meine idioten!"
UNTER DEM BLOG STAND 2 x EIN BILD; dazu der alte Link:
www.blog.de/media/photo/klausens_live_zeichnung_lesung_josef_haslinger
_7_12_2010_arp_museum_800x600/5188514
klausens-live-zeichnung-lesung-josef-haslinger-7-12-2010-arp-museum
[800x600]
www.blog.de/media/photo/klausens_live_zeichnung_lesung_josef_haslinger
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ORIGINALVERSION mit Fettdruck und allen Bildern
und allen Links bei KLAUSENS BLOGG (mit 2 G !!!)
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klausens.blogg.de HOMEPAGE VON KLAU|S|ENS: https://www.klausens.com